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"Man kann doch auf die Dauer nicht leben von Kühlschränken, Politik, Finanzen und Kreuzworträtseln. Man kann es einfach nicht. Mann kann doch nicht leben ohne Dichtung, ohne Farbe, ohne Liebe." Antoine de Saint-Exupery
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Schon als Kind habe ich mich mehr für die Hintergründe als für den bloßen Schein des Beobachteten interessiert. Besonders gefesselt haben mich Detektiv Geschichten und die "Sendung mit der Maus". Spätestens seit dem ich mich stolzer Besitzer eines Zauberkastens nennen konnte, war mir klar, wie einfach der Mensch sich täuschen lässt.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass ich heute beruflich in der Forschung tätig bin. Aber auch im Privaten kämpfe ich immer wieder für einen sachliche Wahrnehmung der Dinge.
Im Folgenden werde ich daher einige aktuelle Phänomene kritisch beleuchten. Zuerst einmal möchte ich aber auf allgemeine Gründe, für die starke Verbreitung von irrationalen Vorstellungen eingehen.

Ursachen und Hintergründe 

    Die Faszination des Übernatürlichen ist sicherlich ein zentraler Punkt, um diese Phänomene zu erklären. Eine wissenschaftliche Erklärung ist oft sehr kompliziert, für viele langweilig und nicht sehr spektakulär und findet daher auch in den Medien nicht viel Aufmerksamkeit. So fesselt ein Uri Geller, der behauptet mit übersinnlichen Kräften Dinge zu bewirken, wesentlich mehr Leute an den Bildschirm, als ein Zauberer, der gleich zugibt, dass es nur ein Trick ist.
    Ein wesentlicher Grund für die Verbreitung solcher Phänomene ist sicher auch die mangelhafte Sinneswahrnehmung und ihre Interpretation. So vertrauen wir insbesonders auf unsere Augen. Dahinter zurückstecken müssen alle anderen Sinne und auch unser Wissen. So wurde in einer Studie festgestellt, dass die Richtung von Geräuschen nicht richtig angegeben werden kann, wenn sie nicht zu der visuellen Wahrnehmung passt. Dies erklärt z. B. warum wir denken, dass die Puppen von Bauchrednern sprechen können oder die Worte aus dem Mund der Schauspieler auf der Kinoleinwand kommen, obwohl die eigentliche Schallquelle weit davon entfernt ist.
    Wie groß der Einfluss des Auges auf unsere andere Sinneswahrnehmungen sein kann, wurde auch in einer anderen Studie  festgestellt. In einem orange gestrichenem Raum friert man erst bei wesentlich niedrigeren Temperaturen als in einem blaugrünen Raum. Der empfundene Temperaturunterschied war deutlich zweistellig!
    Ein weiterer Grund ist sicherlich die Suche nach Erklärungen bei Dingen, wo die Wissenschaft bisher noch nicht erfolgreich war. Diese Erklärungen halten sich oft auch dann noch, wenn es inzwischen wissenschaftliche Erkenntnisse gibt.
    Aberglaube, Lebensweisheiten, Horoskope und Wahrsager geben zudem vielen Menschen Handlungsempfehlungen vor, an die sie sich halten können. Sie müssen nicht ständig über ihr Handeln nachdenken und können Entscheidungen auf andere abschieben und sie letztendlich für ihre Situation verantwortlich machen.
    Die Ursache von Ängsten ist dagen häufig ein Gefühl von Kontrollverlust, aber auch kulturell verankerte und von Medien geschürte Verunsicherung. Die Wahrnehmung von Gefahren hängt eben auch stark von ihrer Präsenz in Gesprächen und den Medien ab. Zum Teil werden Ängste sogar von der Politik gefördert (innere und äußere Sicherheit, Umweltrisiken,...), um sich als "Retter" zu profilieren.
    Bei lokalen Besonderheiten (Loch Ness, Gravitationsabnomalie, Ufos...) wird der Mythos gerne von örtlichen Einrichtungen gefördert, da sie zahlreiche Touristen und Souvenierjäger bringen.
    Und auch bei vielen Einzelpersonen steckt oft ein wirtschaftliches Interesse hinter ihren Äußerungen. Alleine in der Astrologie wird von Personen aus der Branche das jährliche Marktvolumen auf ca. 500 Mio. Euro geschätzt.

    Dies alles führt dazu, dass die Anhängerschaft groß ist. Auch wenn viele behaupten, sie wären nicht abergläubisch, so ist es zum Beispiel erschreckend, dass nach einer Forsa-Umfrage 92 Prozent der Deutschen vom Einfluss des Mondes auf ihren Alltag überzeugt sind.

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen."  Immanuel Kant


Gravitationsanomalie

Rund um den Globus gibt es zahlreiche Orte (z. B. Rocca di Papa/ Castel-Candolfo, Biasko Biala, Karpacz Gorny, Butzbach), an denen der Eindruck entsteht, dass hier Gegenstände oder das Wasser den Berg rauf rollen bzw. fließen. Richtig ist, dass die Gravitation nicht überall exakt gleich ist. Das liegt daran, dass die Erde in ihrer Form nicht genau eine Kugel ist, sondern mit ihren Gebirgen etc. eher eine Kartoffel. Damit Gegenstände den Berg heraufrollen, reichen diese kleinen Abweichungen nicht aus, sondern die Graviation müsste negativ sein (dann würden die Gegenstände jedoch abheben) oder in ihrer Richtung sehr stark abweichen, was nicht realistisch ist (der größte Teil der Masse ist nun mal immer unter einem).
Im Internet finden sich zahlreiche Darstellungen und halbwissenschaftliche Erklärungen, die sich alleine auf die optische Wahrnehmung stützen. Messverfahren wie Pendel oder Wasserwaage sind nicht geeignet, da sie entweder keine Richtungsabweichung angeben oder ebenfalls von der Gravitation beinfflusst werden.
 Eine Höhenbestimmung ist jedoch mit einem externen Referenzpunkt (Sterne) oder einem Höhenmesser (Luftdruck) problemlos möglich. Eine Höhenbestimmung geht heut auch sehr einfach per GPS (Satellitenpeilung). Allerdings ist dabei die Messgenauigkeit zu beachten (Abschattung durch Bäume).Überall wo diese Methoden angewendet wurden, konnte leicht nachgewiesen werden, dass es sich nur um eine optische Täuschung handelt (z. B. Karpacz Gorny).
Um Steigungen oder Gefälle zu erkennen, braucht auch das Auge eine Referenz. Im flachen Gelände ist dies meist der Horizont. Im hügeligen Gelände fehlt dieser jedoch. Felsen, Berge und Bäume sind daher eine Alternative, die jedoch nicht sehr zuverlässig sind. Alle bekannten Orte befinden sich daher in solchem Gelände. Insbesondere bei starken Gefällen passt sich der Mensch unwillkürlich ein wenig an, nimmt nun das Gefälle ab, wird dies in Relation zum vorhergehenden Gefälle bereits als Steigung angesehen (siehe Zeit-Artikel, evangelische Kirche, Rolling Uphill Illusion.
Zum Teil werden diese Orte sogar künstlich erzeugt, um Touristen anzulocken. Dies ist sicherlich auch der Grund, warum diese Phänomen immer noch häufig als ungelöst bezeichnet werden.

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Telekinese und schlechter Zauber (Uri Geller)

    Würde Uri Geller zugeben, dass er nur mit Tricks arbeitet, würde ihn heute keiner kennen:  Seine Tricks sind einfach und funktionieren oft nicht (wenn er zu sehr kontrolliert wird). Bei seinen Darbietungen sagt Uri Geller nie im Voraus, was er machen wird, bewegt sich wie ein Wirbelwind, um sich jeglicher Kontrolle zu entziehen und nimmt opportunistisch jede günstige Gelegenheit wahr, um einen Effekt herbeizuführen. Klassische Zaubertricks selbst sind nur ein kleiner Teil des Ganzen. Er bedient sich einer großen Zahl möglicher Tricks und nutzt den, der in der Situation den besten Erfolg verspricht. Wenn das nicht geht, tut er auch mal nichts. Das ist ihm lieber, als Spuren zu hinterlassen. Es gibt schon aus den 70er Jahren Bücher [Marks/Kammann, Randi / vollständige Bibliographie], die sein Vorgehen gut beschreiben.  
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Moderne Märchen

Wer kennt sie nicht, die vermeintlichen Fakten, wie "Meerwasser heilt wunden", "Drei Hornissenstiche töten einen Menschen", "Eisen im Spinat", "Teflon kommt aus der Raumfahrt",... oder die Geschichten, die wirklich einer Freundin der Tante der Arbeitskollegin passiert sind?
Stimmts: Die Zeit: Stimmt's (Buch), Die Spinne in der Yuccapalme, Hoax, Kettenmails etc.
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Alternative Medizin

Der Unterschied zwischen alternativer Medizin und Schulmedizin besteht im Wesentlichen darin, dass die Schulmedizin ihre Wirksamkeit nachweisen muss. Bei alternativen Behandlungsmethoden wird die Wirksamkeit häufig aus jahrhundertlanger Tradition oder irgendwelchen spirituellen Begründungen hergeleitet. Häufig wird auch die Natürlichkeit der Methode hervorgehoben. Doch auch in der Schulmedizin basieren die meisten Medikamente auf natürlichen Grundstoffen. Entscheidend ist jedoch nicht die Natürlichkeit der "Zutaten", sondern deren Giftigkeit bzw. die mit einer Einnahme verbundenen Nebenwirkungen. Davon frei sind aber auch viele alternativen Mittel nicht!
Warauf beruht dann der Erfolg dieser Methoden? Zum einen liegt das in der großen Selbstheilungskraft des Menschen. Schon Voltaire hat festgestellt:
"Die Kunst der Medizin besteht darin, den Patienten zu unterhalten, während die Natur seine Krankheit heilt". Und wer kennt nicht die Volksweisheit: "Eine Erkältung dauert eine Woche, mit Medizin nur 7 Tage". Wer also ein Medikament einnimmt, wenn es einem richtig schlecht geht, ist es kein Wunder, wenn es am nächsten Tag besser geht - nur das Medikament hat dazu keinen Beitrag geleistet, höchtens dessen suggestive Unterstützung. Wie wichtig die ist, wurde bereits in zahlreichen Studien festgelegt: Vielen Patienten hilft es schon sehr, wenn der Arzt sich ihre Leiden anhört, bestätigt, dass er die Ursache kennt und zuversichtlich sagt: "das wird schon wieder". Diese Wirkung können auch Medikamente ausstrahlen. Man spricht hier von Placebo-Wirkung. Bei manchen Symptomen (z.B. Rückenschmerzen) konnten damit bis zu 70 Prozent der Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Leiden erzielen.
Bei zunehmender Skepsis gegenüber der Schulmedizin kann diese die Placebo-Wirkung nicht mehr voll entfalten. Im Gegenteil wird sogar zunehmend eine Nacebo-Wirkung beobachtet. Nichtwirken oder sogar negative Wirkungen, die gar nicht mit der Einnahme des Medikamentes in Verbindung steht. So fielen z.B. Versuchspersonen die Haare bei einer Strahlentherapie aus, obwohl diese nur simuliert wurde. Allein der Glaube, dass von Strahlungen die Haare ausfallen, hatte diese Wirkung!
Eine neue große Studie der Krankenversicherungen hat festgestellt, dass die in vorhergehende Untersuchungen festgestellten Erfolge der Akupunktur zu 100 Prozent auf den Placebo-Effekt zurückzuführen sind. Etwas anderes war eigentlich auch garnicht zu erwarten: zu sehr unterscheiden sich die verschiedenen Akupunktur-Lehren im asiatischen Raum. Und die in Europa vor allem angewendete TCM beruht im Wesentlichen auf eine Lehre, die unter Mao gefördert wurde, um dem großen chinesischen Volk wenigstens überhaupt eine medizinische Versorgung anbieten zu können und damit zumindest den Placebo-Effekt nutzen zu können.
Ähnlich wie die Akupunktur, beruht die Wirkung der Homöopathie vor allem auf den Placebo-Effekt. Insbesondere bei großen Verdünnungen ist das Medikament praktisch wirkstofffrei. Der große Vorteil: es kann auch keine negative Wirkungen geben. Hierauf beruht zum Teil der große Erfolg der Homöpathie. Den in der Vergangenheit waren viele andere Behandlungsmethoden mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden und auch heute ist es oft noch besser gar nichts zu machen als ein mit Nebenwirkunen verbundenes Medikament zu nehmen. Den Placebo-Effekt kann man so aber noch nutzen.
Gefährlich wird es allerdings, wenn man auf wirksame Medikamente verzichtet oder zu gesundheitgefährdeten alternativen Methoden greift. Im Gegensatz zur Schulmedizin setzen sich die alternativen Methoden keiner kritischen Überprüfung aus, so dass sich gesundheitsschädliche Behandlungsmethoden (giftige Substanzen in der Homöopathie, Ohrenkerzen,...) sehr lange halten.

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